Die Namen auf den Steinen
ERINNERUNGEN (v.r.n.l.)
Walter Grosche war ein Landwirt. Er stammte ursprünglich aus Hannover. Er lebte mit Frau und drei Töchtern auf der Hofstelle in der Glückstädter Straße (heute Hausnummer 13). Der Volksbund hat sein Grab im heutigen Lettland ausfindig gemacht. Die Familie verzog dann Richtung Bad Bramstedt/Henstedt-Ulzburg. Die Hofstelle wurde von Günter Thimm weitergeführt. Bis vor kurzem diente das Anwesen dessen Nachfolgern zur Ponyzucht.
Johann und Hinrich Schlüter waren zwei Brüder. Zu Johann (1921-1941) und Hinrich (1922-1945) finden sich nur wenig Spuren. Sie waren Söhne eines Tagelöhners, der für den damals großen „Hof Möller“ (heute Dwenger) arbeitete. Die Kate soll dort gestanden haben, wo heute der Spielplatz angelegt ist. Ihre Schwester Ida soll von einem Ehepaar Bielenberg aufgenommen worden sein. Sie verzogen später Richtung Osterhorn.
Der Gefreite Willi Dwenger wurde 1914 in Hitzhusen geboren. Sein Vater hatte vom großen Hof „Möller“ einen Anteil gekauft (Foto Postkarte rechtes Haus). Geplant war, dass Willi den Hof und das Wohnhaus im Villenstil als jüngster Sohn nach Jüngstenrecht übernehmen sollte. Aber er starb im Mai 1942, seine Grabstätte liegt bei St. Petersburg. Wegen der beabsichtigten Erbfolge hatte sein acht Jahre älterer Bruder Hans eigentlich andere Pläne. Er hatte sich in Mecklenburg ansiedeln wollen, war aber bei der Auslosung der Grundstücke nicht berücksichtigt worden. Hans überlebte den Krieg und zog 1949 mit der ganzen Familie nach Mönkloh auf die Hofstelle in der heutigen Hermann-Brettin-Straße. Der Hof wurde anschließend von Uwe Dwenger weitergeführt, jetzt wirtschaftet dort dessen Sohn mit großem Freiluft-Rinderstall.

Otto Blöcker wurde 1919 im Ortsteil Hasselbusch geboren; er starb 1943 und sein Grab liegt in Semenovka, Ukraine. Seine Eltern Otto und Emma Blöcker hatten eine Hofstelle in der Glückstädter Straße 2. Er war der einzige Sohn. Man erzählt sich, dass seine Mutter seit dem Tod des Sohnes nur noch schwarze Kleidung getragen habe. Sie starb 1965. Der Hof wurde dann verkauft. Heute ist dort ein Kanuverleih angesiedelt.
Mit einem Stein wird auch an Otto Giwakowski gedacht. Er wurde 1923 geboren, ist seit 1945 vermisst. Die Familie Giwakowski ist mit Mönkloh vielfach verbunden. Der drei Jahre ältere Bruder Heinz überlebte den Krieg und wirkte anschließend lange Jahre als Wehrführer und Gemeindevertreter. Seine Enkelin Eike Meewis war von 2018-2023 Bürgermeisterin der Gemeinde.
Wilhelm Hahn lebte von 1899 bis 1918. Die Familie lebte in der Glückstädter Str. 56. Später betrieb die Tochter von Wilhelm Hahn dort einen kleinen Lebensmittelhandel unter ihrem Ehenamen Reese (Quelle: Foto aus der Bild-Zeitung 1971). Das Haus wurde 2017 abgerissen.

Hinrich Henning wurde 1913 geboren, seit 1942 ist er vermisst. Das Foto zeigt einen verschmitzt lächelnden jungen Mann, die Gesichtszüge mit der Landwirtsfamilie Henning aus der Lutzhorner Straße sind unverkennbar. Sein älterer Bruder Hans, Jahrgang 1910, übernahm die Hofstelle. Zu früheren Zeiten wurde dort auch eine Gaststätte betrieben, vgl. die Postkarte „Gruß aus Mönkloh“ (linker Hof). Hans Sohn Herbert entwickelte den Hof weiter, siedelte später mit den Stallungen aus; Sohn Holger errichtete dort die erste Biogas-Anlage der Gemeinde. Beide Hennings waren und sind langjährig in der Gemeindevertretung aktiv.


Der große Findling trägt als Inschrift die Zahlen 1914-1918 und 1939-1945. Die Herkunft des Steines ist bislang leider unbekannt.
Dem Obergefreiten Willi Steinweh (geb. 1913) wird sowohl in Weddelbrook als auch in Mönkloh gedacht. Er stammt ursprünglich aus Weddelbrook; Steinweh starb 1945 in einem Feldlazarett (damals Pillau). Sein Name findet sich in einer Kriegsgräberstätte in Russland. Wie ist seine Verbindung zu Mönkloh? Er war der Ehemann von Irma Mohr aus Mönkloh; ihr Vater war Tagelöhner für den damals großen Hof Möller. Sie wohnten in einer Kate in der (späteren) Hermann-Brettin-Straße; lange Zeit wachten dort zwei steinerne Löwen. Die Kriegswitwe heiratete später den Flüchtling Paul Zastrow; ursprünglich aus Zamow (heute Samowo, bei Kolberg/Polen). Zastrow war nach dem Krieg auf dem Hof Köhnhak einquartiert worden.
Gerhard Beckmann wurde am 1925 in Bad Bramstedt geboren. Seine Eltern lebten in Mönkloh in der Glückstädter Str. 5; dort wurde Kuhhaltung betrieben. Gerhard starb 1944; seine Schwester Gertrud lebte lange Jahre mit ihrer Familie weiter auf dem Hof. Heute parkt dort der Verkaufswagen der „Fisch-Frau“.
Wilhelm Pünner
Wilhelm Pünner wurde 1866 geboren und starb 1915 während des Ersten Weltkriegs; an welchem Ort ist unbekannt.
Im Jahr 1898 wurde er Vater von Johannes Pünner, dieser kam im „Hasselbusch“ zur Welt. Diese Ortsangabe ist allerdings etwas irreführend. Gemeint war seinerzeit nicht das hiesige Forstrevier, sondern ein Gebiet im heutigen Heidmoor, ungefähr in der Nähe der Schäferei und dem Islandpferdegestüt.
Der älteste Sohn von Johannes Pünner, Hermann, war dann in der Gemeinde Mönkloh als Landwirt in der Lutzhorner Str. 10 tätig. In den 70er Jahren verzog die Familie nach Bad Bramstedt.
Heute wird der Hof als Dreifamilienhaus genutzt. (Foto Haus Pünner).
Familie Mechelen wirtschaftete (vermutlich als Pächter) auf einem Hof, heute Glückstädter Str. 59 (Foto Haus). Sie hatten zwei Söhne, Johann und Gottfried. Beide starben im Krieg: Johann lebte von 1912-1942 und Gottfried von 1918 -1945. Während ihrer Abwesenheit arbeiteten polnische Zwangsarbeiter auf dem Hof des Vaters. Der Bauer soll, so die berichten alter Mönkloher, unmittelbar in den Wirren des Kriegsendes erschossen worden sein. Am Gebäude seien später noch die Einschusslöcher zu sehen gewesen.
Das Anwesen selbst ist später für lange Zeit von zwei Brüdern aus Hamburg als Wochenendhaus genutzt worden. Um 2000 wurde es abgerissen, ein großzügiges Wohnhaus mit Reetdach dort errichtet.
Ernst Janzen lebte von 1925 bis 1945.
Die Eltern und zwei Geschwister von Ernst Janzen flüchteten aus Danzig und landeten schließlich in Mönkloh. Sie waren auf dem Hof Georg Henning (heute ein Pferde-Pensionsstall) einquartiert; eine Schwester war auf dem Hof Otto Blöcker untergebracht (heute ein Kanu-Verleih). Die Familie zog später Richtung Nützen/Kaltenkirchen.
Es wird gedacht an Robert Rosner, geboren 1908, vermisst seit 1944; er war vermutlich der Vater einer Flüchtlingsfamilie aus Danzig. Frau und zwei Kinder kamen 1946 in Mönkloh an. Deshalb steht vermutlich Rosners Name auf dem Stein in unserer Gemeinde. Die Familie zog 1956 nach Hamburg weiter.
Wilhelm Bliefert stammt vermutlich aus Zellin, damals Oberschlesien. Seine Eltern waren nach der Flucht in die Gemeinde gelangt. Vermutlich wurde der Gedenkstein für Bliefert deswegen der Gemeinde zugeordnet. Wilhelms Schwester heiratete später den Mönkloher O. Winterberg und zog mit ihm Richtung Bad Bramstedt.





















